Berlin, 18.12.25
SEZ in Gefahr: Erneute Abrissarbeiten trotz offener Debatte – Wir fordern Abrissmoratorium und Offenlegung der WBM-Studie
Mit großer Sorge und scharfer Kritik reagieren wir auf die laufenden Abrissarbeiten im Außenbereich des Sport- und Erholungszentrums (SEZ), die am 17.12.2025 wieder aufgenommen wurden. Kurz vorher am 12.12.2025 verkündete die Wohnungsbaugesellschaft Berlin-Mitte (WBM) den „erfolgreichen“ Abschluss ihrer Machbarkeitsstudie für das SEZ-Areal. Was jedoch weiterhin fehlt, ist die Grundlage für eine sachliche und demokratische Diskussion: Die Machbarkeitsstudie selbst liegt der Öffentlichkeit bislang nicht vor.
Wir fordern daher ausdrücklich einen sofortigen Stopp der laufenden Abrissarbeiten und eine Offenlegung der vollständigen Machbarkeitsstudie!
Wir kritisieren, dass die Machbarkeitsstudie ausschließlich unter der Prämisse eines kompletten Abrisses des SEZ erstellt wurde. Alternativen waren bislang von vornherein ausgeschlossen. Ein solches Vorgehen halten wir für fachlich unzureichend und politisch inakzeptabel!
Unbeantwortet bleiben zentrale Fragen:
– Welche konkreten Sport- und Freizeitnutzungen sollen tatsächlich entstehen?
– Welche Kosten entstehen durch Abriss, Neubau und Gesamtentwicklung – und wer trägt sie?
Wir fordern eine alternative Machbarkeitsstudie, die den Erhalt, die Sanierung und die Wiederinbetriebnahme des SEZ ernsthaft untersucht. Eine solche Studie kann zeigen, dass der Erhalt:
– technisch möglich ist, da die Tragwerksstruktur grundsätzlich erhaltungsfähig ist und flexible Nutzungen erlaubt,
– wirtschaftlich darstellbar, da Sanierungskosten deutlich unter Abriss- und Neubaukosten liegen,
– klimapolitisch geboten, weil der Erhalt erhebliche Mengen grauer Energie spart und Abriss/Neubau deutlich höhere CO₂-Emissionen verursachen,
– und gesellschaftlich notwendig ist, da das SEZ jahrzehntelang eine einzigartige, niedrigschwellige Sport- und Freizeitgroßanlage mit gesamtstädtischer Bedeutung war.
Der Erhalt des SEZ wäre ein immenser Zugewinn für die soziale Infrastruktur der gesamten Stadt und identitätsstiftend für Friedrichshain. Denkbar wäre aus Sicht von Fachleuten eine schrittweise Reaktivierung durch Zwischennutzungen nach einer behutsamen Schadstoffbeseitigung, z.B. über ein gemeinwohlorientiertes Trägermodell mit einer Kombination aus Sport-, Kultur- und Nachbarschaftsnutzungen.
Besonders alarmierend ist, dass nach bereits erfolgten ungenehmigten Abrissarbeiten Ende November nun erneut Abbruchmaßnahmen im Außenbereich des SEZ stattfinden. Nachdem am 26.11.2025 große Teile des Außenbeckens zerstört wurden und am 27.11.2025 Teile der Fassade am ehemaligen Restaurant „Kristall“ sowie das Dach der Eisbahn beschädigt wurden, kam gestern erneut schweres Abbruchgerät am Außenbecken zum Einsatz. Dieses Becken ist fester Bestandteil des Gebäudes, da es Innen- und Außenbereich des Schwimmbads über eine Schwimmschleuse verbindet.
Sollten diese Arbeiten fortgesetzt werden, besteht die erhebliche Gefahr, dass weitere Gebäudeteile – insbesondere die Schwimmbadfassade – dauerhaft beschädigt werden. Wir fordern daher die Bauaufsicht ausdrücklich auf, unverzüglich einen Baustopp zu verhängen.
Wir befürchten, dass nun – möglicherweise noch vor Weihnachten oder unmittelbar nach Neujahr – ein schneller Abriss durchgedrückt werden soll. Ein solcher Schritt wäre ein Angriff auf demokratische Entscheidungsprozesse. Die öffentliche Debatte über die Zukunft des SEZ ist in vollem Gange und muss ernst genommen werden. Unzählige Bürgerinnen und Bürger, Fachleute und sogar Politikerinnen und Politiker der SPD-Fraktion im Abgeordnetenhaus mahnen zur Umplanung mit SEZ-Erhalt. Diese Stimmen dürfen nicht ignoriert werden.
Ein Abriss wäre nicht nur unökologisch, sondern auch eine Entwürdigung der Leistung der Erbauerinnen und Erbauer des SEZ und würde Berlin ein einzigartiges Gebäude unwiederbringlich nehmen.
Friedrichshain braucht die vielfältigen Sport-, Gesundheits- und Begegnungsangebote, die das SEZ bieten kann.
Wir akzeptieren das Vorgehen der WBM in dieser Form nicht und fordern:
die Offenlegung der vollständigen Machbarkeitsstudie,
eine alternative Machbarkeitsstudie zum Erhalt und zur Sanierung des SEZ,
ein sofortiges Abrissmoratorium für das SEZ.
Die Zukunft des SEZ darf nicht hinter verschlossenen Türen entschieden werden!
Wir rufen die Öffentlichkeit, Bürgerinnen und Bürger, Vereine und die Politik dazu auf, uns im Einsatz für den Erhalt des SEZ zu unterstützen. Unterschreibt unsere Petition, folgt uns auf Instagram und besucht unsere Internetseite.
Die Bürgerinitiative „SEZ für alle!“
Petition: www.change.org/p/das-sez-sanieren-und-als-sport-und-freizeitfl%C3%A4che-f%C3%BCr-alle-wieder%C3%B6ffnen
Instagram: www.instagram.com/sez_fuer_alle
Website: sez-fuer-alle.de